Jürgen Dierk

Ein bewegtes Leben

Dieser Titel fiel mir nach unserem Gespräch sofort ein. Denn das Thema Bewegung zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben von Jürgen Dierk. Und das hat sich auch nach dem Einzug in den Wohnpark Kastanienhof 2020 fortgesetzt.

Das Interview für den Beitrag in der Kastanie geht der 92-Jährige in seinem Zuhause im Residenzbereich 2 eher ruhig an. Doch zügig kommt im doppelten Wortsinn Bewegung in unser Gespräch. Schnell gerät dabei das Alter des Seniors in den Hintergrund. „Eingezogen bin ich 2020 mit meiner Frau“, erzählt Jürgen Dierk. Die Eheleute wohnten viele Jahre in der Südstadt. „Eigentlich wollte meine Frau da auch nicht weg.“ Doch Gesundheitliches legte eine Veränderung nahe. „Unsere beiden Töchter haben recherchiert, welche Möglichkeiten es gibt und den Kastanienhof für passend befunden. Und wir konnten ihre Wahl bei unserem Kennenlernen sofort bestätigen.“

Wenige Wochen danach, im Januar 2020, folgte der Einzug in den früheren Residenzbereich 1. „Im Folgejahr sind wir noch einmal umgezogen in den Bereich 2, da meine Frau auf einen Rollstuhl angewiesen war.“ Im August 2021 feierten beide ihre Eiserne Hochzeit. Wenige Monate später hieß es Abschied voneinander nehmen.

„Bis dahin war ich trotz der hilfreichen Unterstützung des Wohnpark-Teams bei der Betreuung und Versorgung meiner Frau sehr eingebunden“, so Jürgen Dierk im Rückblick.

Hilfreich für die folgende Zeit war für den auch geistig agilen Senior sicher das, was sich durch seine und auch die gemeinsame Lebensgeschichte zieht: Bewegung, gepaart mit Gemeinschaft. Die Abfolge dazu beginnt schon im Kindesalter und setzt sich im Kastanienhof fort. „Wir kamen beide aus sportlichen Familien, haben beide Hockey gespielt und uns dabei auch kennengelernt. Nach einem Unfall war ich dann als Schiedsrichter aktiv – bis hin zum Deutschen Auswahlschiedsrichter“, erzählt Jürgen Dierk von Ausschnitten seiner Hockey-Zeit, die erst 2020 endete und zu der auch die Olympiade 1972 gehörte. Dort war er als Betreuer und Schiedsrichter der Hockey-Junioren tätig. Etliche Jahre organisierte der bewegte Mann als Wanderabteilungsleiter in einem Verein auch monatliche Treffen mit bis zu 30 Menschen. Und seine langjährige Tätigkeit als Sportwart im Stadtsportbund führte ihn bei einem Austausch von Sportvereinen sogar nach Hiroshima.

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Gemeinsam mit einem Freund entdeckte Jürgen Dierk dazu Anfang der Achtziger Petanque. Bereits ein Jahr später nahmen er und seine Frau sehr erfolgreich an der Deutschen Meisterschaft teil. Zahlreiche Medaillen zeugen von den sportlichen Erfolgen.
Neben Freude an Bewegung und Begegnung prägt auch Organisationstalent den Weg von Jürgen Dierk, der als Abteilungsleiter des Chemikalien-Zentrums der MHH für Einkauf, Beschaffung und Verteilung zuständig war und zudem fünf Jahre mit Sitz und Stimme im Senat der MHH mitgewirkt hat.

Von alle dem „profitiert“ auch der Kastanienhof. Seit 2021 gibt es in der Senioren-Residenz eine von Jürgen Dierk initiierte Petanque-Gruppe, die sich jede Woche mittwochs und freitags trifft. Unter seiner Regie ist auch die Bahn dazu entstanden. Und zum 4. Mal gibt es ein Wettbewerb, bei dem die Bewohnerschaft und alle Mitarbeitenden um Preise wetteifern.

Neben Petanque gehören vor allem Dart, Bingo und Konzerte zu seinen Aktivitäten. Und die Mitarbeit im Essenausschuss.

„Zudem schätze ich im Kastanienhof die Freundlichkeit an der Rezeption und das Gefühl, im Fall des Falles schnell Hilfe und Unterstützung zu haben sehr. Natürlich auch die offenen und einladenden Räume mit vielen Möglichkeiten zur Begegnung. Da wäre es schön, wenn das in der Bewohnerschaft noch aktiver genutzt würde“, so sein Credo für ein lebendiges, bewegtes Miteinander.

Jürgen Dierk / Bewohner

Innerhalb von drei Monaten haben wir uns für den Kastanienhof entschieden. Das Einleben fiel uns dank der freundlichen Unterstützung recht leicht. Seit einiger Zeit lebe ich allein und genieße weiterhin meine Privatsphäre in der Gemeinschaft und die vielfältigen Veranstaltungen, in die sich auch Bewohnerinnen und Bewohner einbringen können. Ich habe eine Petanque-Gruppe ins Leben gerufen, die sich regelmäßig im Atrium zum Spielen trifft. Sogar Wettbewerbe, an denen auch Mitarbeitenden beteiligt waren, gab es schon. Für mich ist der Kastanienhof genau die Atmosphäre, in der ich mich wohl fühle.

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