Kastanie-Ausgabe-323

6/2026 Begegnung Gesundheit ist ein hohes Gut. Sie beeinflusst nicht nur die Lebensqualität. Fehlt sie, kann Krankheit auch viel kosten. Dass es besser ist, präventiv etwas für das leibliche und seelische Wohlbefinden zu tun, kann man immer wieder lesen und hören. Nicht wenige Krankenkassen wollen aus diesem Grund ihre Versicherten mit Bonus-Programmen zu einem gesunden Lebensstil und zu Vorsorgeangeboten motivieren. Auch meine Krankenkasse macht das seit Längerem. Unkompliziert habe ich bisher den dafür vorgesehenen Bonusvordruck und die Facharzt-Bescheinigung für eine Krebsvorsorge online eingereicht. 2026 wurde das anders. Vorab hatte die Kasse mit mehr digitalem Service und Abbau von Bürokratie geworben. Das OnlineFormular auf der Homepage streikte – auch nach mehrmaligen Versuchen, bei denen ich immer wieder alles neu in gefühlt unzählige Felder eingeben musste. Also blieb - wie die Jahre davor - nur eine E-Mail, mit den dazugehörigen gescannten Anhängen, verbunden mit der Hoffnung, dass alles ankommt und die Bonuszahlung für 2025 zeitnah überwiesen wird. Die Eingangsbestätigung kam, die vollständige Summe nicht. Was ich auf Nachfrage dazu erfuhr, machte mich ob der Versprechen zu mehr Service und weniger Bürokratie sprachlos. Die Begründung lautete: Die vom Facharzt bescheinigte und eingereichte Vorsorgeuntersuchung könne nicht berücksichtigt werden, da dazu nicht der Bonusvordruck verwendet wurde. Ich müsse zu meiner Hausärztin gehen und mir von ihr die Untersuchung des Facharztes per Stempel bestätigen lassen. Also auf in die Praxis. Der Vorgang löste nicht nur bei meiner Ärztin Kopfschütteln aus. Wir bekamen beide ordentlich Blutdruck. Ob der Vorgang zur Gesundheitsprävention beiträgt, bleibt zu bezweifeln! Bonus-Bürokratie 12 Constanze Wolf Constanze Wolf

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