Pragmatisches Denken, planvolles Handeln und positive Lebenssicht – Eigenschaften, die sich bei Inge Krahm wie ein roter Faden durch ihre Vita ziehen. Mit all dem hat sie ihren Umzug in den Kastanienhof geplant und im Dezember 2024 in die Tat umgesetzt.
Zum Gespräch lädt sie in ihr Appartement ein und kommentiert schon beim Öffnen der Tür: „Hier, in meinem Zuhause, habe ich mich von Anfang an richtig wohl gefühlt – trotz großer Verkleinerung von vormals 93 auf nun 30 Quadratmeter. Ich habe alles, was ich brauche. Auf Millimeterpapier habe ich mein Appartement vorab bereits eingerichtet. Das war schon eine kleine Herausforderung“, gesteht sie mit einem Lächeln. Doch ihr Plan ist bestens gelungen.
So manches im Leben der 82-Jährigen verlief nicht nach Plan bzw. war eine Herausforderung. Ihre Geburt: im Februar 1943 auf einem Flughafen in Finsterwald; mit zwei Jahren Umzug über das heutige Tschechien nach Hannover, da dort Verwandtschaft lebte. Eingeschult 1949 in eine Klasse mit 50 Kindern, musste sie nach einem halben Jahr aufgrund eines erneuten Umzugs wieder die Schule wechseln. „Und dort war vieles anders. Das war erst einmal ein ordentlicher Kraftakt. Aber mein Ehrgeiz war geweckt“, erinnert sich die agile Seniorin an ihre Schulzeit. Nach dieser folgte eine vielseitige Ausbildung als Fachkraft für Parfümerie, Drogistin und Apothekenhelferin mit IHK-Abschluss. „Für meine Firma mit zahlreichen Filialen war ich dann viel unterwegs. Um das gut hinzukriegen habe ich mir vom ersten Gehalt ein Fahrrad gekauft.“ – Pragmatisch und planvoll schon als junge Frau.
Eher spontan lernte Inge Krahm ihren Mann kennen – durch gemeinsame Freunde. Nach der Hochzeit, der ersten eigenen gemeinsamen Wohnung in der List und der Geburt ihrer Tochter folgten zehn Jahre Erziehungszeit. Dann stand ein beruflicher Neustart an. Nicht weniger vielseitig als vormals. Beim Erzählen merkt man noch heute ihren Enthusiasmus, mit dem sie sich ihren Aufgaben gewidmet hat. Dazu gehörte das Führen der Rezeption, die Buchführung und die Betreuung von Vertretern und Azubis. „Etwa 50 Lehrlinge waren das“, berichtet sie nicht ohne Stolz und betont, wie wichtig ihr immer eigenverantwortliches Arbeiten und das Lösen von schwierigen Situationen war. Auch das Familienleben war abwechslungsreich. Ihr Mann war viel im Ausland unterwegs. „Ab und an bin ich mitgereist und habe beeindruckende Städte kennengelernt – über mehrere Kontinente hinweg.“ Sie zählt nur einige auf: Norwegen, Finnland, Syrien und viele weitere Orte. Doch beide hatten auch die Zeit im Blick, in der sich Eigenständigkeit verändern kann. „Für uns beide war klar, wir ziehen dann gemeinsam in den Kastanienhof. Jahrelang waren wir an der Seniorenresidenz vorbeigefahren und von dem Bau sehr beeindruckt. Mein Mann hatte zudem zum Angebot schon ordentlich recherchiert. Es sollte anders kommen. Mein Mann verstarb Weihnachten 2019. Danach musste ich mich erst einmal um vieles kümmern und mich neu verorten.“






Doch dann richtete sich der Blick von Inge Krahm ganz klar, pragmatisch und positiv auf Neues. „Meine Tochter, die ich nach dem Tod meines Mannes einmal im Jahr besucht habe, lebt seit vielen Jahren mit ihrer Familie in Kanada. Die Menschen hier vor Ort um mich werden weniger. Und meine Zeit ist auch begrenzt.“ Ihr Ansatz: Das Leben so gut wie möglich leben und dem auch im Alter Positives abzugewinnen. Gedacht, getan: Zu ihrem Geburtstag kam Inge Krahm im Februar 2024 zum Probewohnen und knüpfte da auch gleich belebende Kontakte. Danach stand fest: Wenn ihr Wunschappartement frei wird, zieht sie sofort ein. Im Dezember 2024 war es soweit – ihr erstes Weihnachten im Kastanienhof. „Die Vorbereitungen waren dann doch ganz schön stressig, aber so ist das nun mal bei einem solchen Umzug“, so ihre Rückschau. Dafür geht es mir hier nun prima. Ich versorge mich komplett eigenständig, koche in meiner kleinen Küche und gehe zu Veranstaltungen, wenn ich Lust habe.“
Bei Kino- und Foyer-Abenden, bei Bingo, beim Kegeln und Spazierengehen ist sie regelmäßig dabei. Und der tägliche Schwimmbadbesuch am Morgen ist inzwischen ein festes Ritual, das sie nicht mehr missen möchte. Doch nicht nur im Haus hat die aufgeschlossene Seniorin schnell neue Kontakte geknüpft. „Auch mit noch vorhandenen Freundinnen treffe ich mich weiter regelmäßig.“
Das schnelle Einleben von Inge Krahm liegt wohl auch an ihrem offenen, zugewandten und wertschätzenden Naturell. Am Ende unseres Gespräches hat sie noch ein besonderes Anliegen. „Die nachfolgenden Zeilen möchte ich gern veröffentlicht wissen: „Einen großen Dank an Constanze Wolf und Daniel Koch für die hilfreiche Unterstützung. Danke sage ich auch allen Mitarbeitenden sowie den liebgewonnenen, wirklich guten Freunden hier im Kastanienhof, die mein Leben bereichern.“