…und seit Sommer 2024 der Wohnpark Kastanienhof. Mit allem sind viele Jahrzehnte der Lebensgeschichte von Ilse und Georg Kaminski verbunden. Neues und Herausforderungen haben sie gemeinsam angepackt und sich dabei auch im Alter ihr optimistisches Naturell bewahrt.
„Ich bin zwar in Bremen geboren, da mein Vater beruflich für einige Jahre dort gearbeitet hat. Aber die Heimat meiner Familie war Hannover. 1934 sind wir wieder in die Landeshauptstadt gezogen“, erzählt Georg Kaminski (94) zum Auftakt unseres Gesprächs. „Ich bin eine waschechte Hannoveranerin“, ergänzt Ilse Kaminski (86). „Wir sind sogar in dieselbe Schule gegangen. Altersbedingt allerdings etliche Jahre zeitversetzt.“ Begegnet sind sich die beiden dann 1958 in der Döhrener Restauration „Bei Hölzchen“, die es heute noch gibt. „Das war schon eine besondere Fügung. Ich war mit meiner Cousine unterwegs, mein Mann mit einem Freund“, schaut Ilse Kaminski noch heute lächelnd zurück. Aus der Begegnung wurden zwei Paare und eine viele Jahre währende Paarfreundschaft. Drei Jahre später wurde geheiratet, 1962 und 1964 die Söhne geboren. Nun war die erste Wohnung in Stöcken zu klein. Die Familie zog nach Wülfel. „Dort haben wir bis zu unserem Einzug in den Kastanienhof 56 Jahre lang gewohnt“, berichtet die zierliche Seniorin mit viel Lebendigkeit. Anfang der Siebziger warf eine ernsthafte Erkrankung der jungen Mutter zeitweilig dunkle Schatten aufs Familienleben. ´
„Doch manchmal war das gar nicht so einfach, ich hatte mich mit einem Getränkegroßhandel selbstständig gemacht. Der musste weiterlaufen und auch unsere Jungs brauchten ja noch Zuwendung“, erzählen der gelernte Maschinenbauer und die ehemalige Bürokauffrau unisono von der schwierigen Zeit.“ Ihr optimistischer Blick aufs Leben blieb.
„Wir haben uns ganz bewusst gegen Wohneigentum und für das Reisen entschieden“, erzählen Ilse und Georg Kaminski von ihrer gemeinsamen Leidenschaft beim Erkunden ferner Welten. Anfangs erforderte das noch einiges an Terminierung und Organisation. Ilse Kaminski war wieder berufstätig, pflegte zudem viele Jahre ihre Eltern. Und auch der Getränkehandel konnte nicht einfach schließen. Die Söhne fungierten dann als Vertretung. „Das ging aber nur im Winter. Da war am wenigsten los. Für uns war das ideal. Uns hat es dann immer in sommerliche Gefilde gezogen,“ so die Senioren. Ihre Reisen waren immer individuell zusammengestellte Touren. Und die lagen für das abenteuerlustige Paar fernab von Europa auf der südlichen Halbkugel der Welt. Mit einem Leuchten in Augen und Stimme erzählen beide vom Regenwald, von Begegnungen mit Eingeborenen, dem Leben in Lehmhütten, von erlebnisreichen Flussfahrten zu entlegenen Dörfern, Übernachtungen in Hängematten unter freiem Himmel, Fahrten auf Zugdächern, …
„Wir haben uns oft nur mit Händen und Füßen verständigt. Und ich hatte mit unseren Söhnen während deren Schulzeit und später im Selbststudium etwas Englisch gelernt. Bei unserer letzten große Reise 2014 ging es mit dem Schiff von Passau bis zum Schwarzen Meer“, ergänzt Ilse Kaminski den Rückblick auf die schönen und besonderen gemeinsamen Erlebnisse.
„Bei mir stand eine große OP an“, erzählt Georg Kaminski. „Zeit, über eine neue Wohnsituation nachzudenken“, so seine Frau, die währenddessen verschiedene Einrichtungen besichtigte. „Offerierte Wartezeiten, Erstkontakte, die nicht überzeugten, führte sie in den Kastanienhof. „Der Anruf an der Rezeption mit Frau Voss am anderen Ende der Leitung hat mich sofort für das Haus eingenommen. Ein nachfolgender Besichtigungstermin im Februar 2024, bei dem ich ein Appartement sehen konnte und einen erfrischenden Kontakt mit der dort wohnenden Dame hatte, haben mich restlos überzeugt – verbunden mit der Hoffnung, dass wir bald ein passendes Appartement bekommen.“ Ein paar Monate später war es so weit. Für Ilse Kaminski eine neue Herausforderung, denn sie musste vorerst allein entscheiden und allein den Umzug bewältigen. Ihr Mann kam nach seiner Genesung nach.
„Wir haben uns längst gut eingelebt“, so das gemeinsame Resümee. Beide schätzen das Gefühl von Sicherheit, die Freundlichkeit des Teams, die Kontakte beim Mittagstisch, die Möglichkeit, Veranstaltungen vor Ort nutzen zu können, die perfekte Verkehrsanbindung und auch das grüne Umfeld. „Wir können aber auch gut mit unserer Zweisamkeit umgehen. Schön, dass man hier so leben kann, wie man möchte“, schließen sie das Gespräch ab. Und dass sie vom Kastanienhof wirklich überzeugt sind, beweist wohl die Tatsache, dass ihr Konterfei auf den Info-Unterlagen zu sehen ist.






„Bereits mit 16 Jahren war die Kamera mein ständiger Begleiter“, erzählt der Hobbyfotograf, der auch für professionelle Medien gearbeitet hat. Mit 17 lernte er seine Helga, geboren in Ostpreußen und nach Gronau gekommen, dort kennen. Nach der Hochzeit zogen beide dann nach Hannover. „Meine Frau hat mein Faible für die Fotografie immer geteilt – als Reisebegleiterin mit einem besonderen Blick für Einstellungen. Und sie war eine kreativ-kritische Stütze bei den Motiven für meine Vorträge“, merkt Klaus Körner an.
Seit sechs Jahren gehört das Paar auch zur Bewohnerschaft. „Wir haben uns schnell sehr wohl gefühlt. Ein Zuhause-Gefühl im allumfassenden Sinn brauchte bei mir aber noch eine Weile“, gesteht Helga Körner. Sie umschreibt damit, dass der Umzug auch emotional Zeit brauchen kann.
Die Vorteile haben beide gerade im letzten Jahr deutlich gespürt. „Gesundheitliches wurde bei mir zur echten Herausforderung“, so Helga Körner. „Da waren uns die zahlreichen helfenden Hände hier eine große Unterstützung.“ Auch dank der Unterstützung konnte Helga Körner ihren 90. Geburtstag im Januar im Sternensaal mit zahlreichen Bewohnerinnen, Bewohnern und Gästen feiern. Und Klaus Körner war mit seinem Vortrag zum Rückblick auf die Expo 2000 mit mehr als fünfzig Interessierte wieder ein gefragter Referent.
„Wir hoffen, dass wir noch eine ganze Weile das freundliche Miteinander, das herzliche Lachen an der Rezeption erleben und weiterhin bei Foyer-, Film- und Opernabenden sowie Konzerten im Haus dabei sein sowie im Fall des Falles Hilfe in Anspruch nehmen können“, so die abschließenden Worte beim Interview.