Kastanie-Ausgabe-320

3/2026 Angebote im Kastanienhof den sind. Und jetzt sind ihre Plätze leer. Das spüren wir in den Fluren, in den Zimmern, in kleinen Momenten. Aber wenn wir ehrlich sind – ganz weg sind sie nicht. Sie sind da. In Erinnerungen, in Gesprächen, in kleinen Geschichten, die wir miteinander teilen. Vielleicht erinnern wir uns an ein Lächeln, an einen Blick, an ein Wort oder auch an ganz stille Momente. Jeder von ihnen hat Spuren hinterlassen. Und diese Spuren bleiben. Abschied nehmen tut weh. Aber es zeigt auch, wie viel uns verbunden hat. Und so dürfen wir heute beides fühlen: Traurigkeit und Dankbarkeit. Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit, für all die Tage, die wir miteinander geteilt haben. Wir lassen sie heute ein Stück los – aber wir behalten sie im Herzen. Und vielleicht ist das Tröstlichste: Das, was war, geht nicht verloren. Es bleibt in uns. Was bleibt, ist die Erinnerung – und die verbindet uns weiter. Danach standen ihre Namen im Mittelpunkt – jeder einzelne Mensch wurde bewusst in Erinnerung gerufen. Die Andacht war von starken Emotionen geprägt. Es war ein sehr bewegender Moment für alle Anwesenden, und es sind viele Tränen geflossen. Die Trauer und Verbundenheit waren im Raum deutlich spürbar – sowohl unter den Bewohner*innen als auch bei den Angehörigen. Besonders berührend war es zu sehen, wie nah dieser Abschied allen ging. Für mich persönlich war insbesondere der Abschied von Anke Waldmann sehr schwer. Wir hatten eine enge Verbindung, viele schöne gemeinsame Momente und eine Zeit voller Freude. Ihr Verlust hat mich tief getroffen. Begleitet wurde die Andacht von einem selbst gestalteten Video von mir, mit ruhigen Frequenzen, das die besondere Atmosphäre im Raum der Stille zusätzlich getragen hat. Diese Form des gemeinsamen Erinnerns und Abschiednehmens bedeutet mir sehr viel. Sie schafft Raum für Gefühle, für Gemeinschaft und für einen würdevollen Abschied. Ich wünsche mir, dass die Erinnerung an die Verstorbenen auch sichtbar bleibt. Zukünftig soll – nach vorheriger Zustimmung der Angehörigen oder des Bewohners – die Möglichkeit bestehen, ein Bild der Verstorbenen am schwarzen Brett zu zeigen, statt der Rose. Diese Andacht hat gezeigt: Was bleibt, ist die Erinnerung – und die verbindet uns. 17 Jessica Lorenz

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