Kastanie-Ausgabe-320

3/2026 Bemerkenswert Sie war eine Film-Ikone weit über Deutschland hinaus gefeiert, er ein Schriftsteller mit international beachteten Werken: Marlene Dietrich und Erich Maria Remarque. Beide Ausnahmekünstler begegnen sich 1937 – mit ganz persönlichen Folgen, die Thomas Hüetlin in einer biografischen Erzählung über die stürmische Liebesbeziehung zusammengetragen hat. Sie fußt auf persönliche Einblicke in den Briefwechsel der beiden und dem historischen Zeitgeschehen. Die Hollywood-Diva und der Schriftsteller begegnen sich im Herbst 1937 nach dem Ende der Filmfestspiele in Venedig das erste Mal persönlich. Während die Dietrich mit Regisseur Josef von Sternberg auf der Hotelterrasse am Lido sitzt, kommt Remarque an den Tisch, stellt sich vor und beginnt eine charmante Plauderei, mit der eine atemberaubenden Liebesaffären ihren Anfang nimmt. Doch sie dauert nur wenige Jahre und zehrt auch emotional sehr an den Kräften des Paares. Zu Vergnügungen und Ekstasen kommen Enttäuschungen und der sich anbahnende ZweiteWeltkrieg, dem beide entfliehen wollen. Dazu die Herausforderung von Schaffens- und Karrierekrisen, von Zukunftsängsten, Selbstzweifeln, und die ständige Suche nach Ruhm und Anerkennung für ihre Arbeit. Herausfordernd sind auch die permanenten Ortswechsel zwischen Paris, Cap d‘Antibes, Ancona, Sankt Moritz und New York, Beverly Hills; zwischen der alten und der neuen Welt, die deutlich machen, dass sich auch bekannte und durchaus privilegierte Weltbürger in der sich verändernden Welt nicht wirklich zu Hause fühlen. Man lebt sein Leben nur einmal 14 Constanze Wolf

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