1/2026 Bemerkenswert Als ich den Titel des Buches von Andrea Sawatzki las, tauchte vor mir das Bild der französischen Küste auf - mit entspannter Ferienstimmung, aber auch mit Wellen, die zerflossen. Doch um heitere Urlaubsstimmung rankt sich die Geschichte nicht. Vielmehr geht es um die vielschichtige Beziehung von Mutter und Tochter – eingebettet in das gesamte Familiengeschehen mit ambivalenten Gefühlen, Verstrickungen, Sprachlosigkeit und der Erinnerung an Verbindendes und Versöhnliches. Eingeflossen sind in den Roman auch autobiografische Erlebnisse der Autorin. Andrea Sawatzki ist sicher nicht wenigen als Schauspielerin und Sprecherin bekannt. Oft war und ist sie in heiteren Rollen zu sehen. In dem Buch geht es dagegen um sehr Tiefgründiges. Im Mittelpunkt stehen drei Frauen: Hanna, die Tochter, die Mutter Emmi und deren Jugendfreundin Marianne. Emmis lebt in einem Pflegeheim. Ihre Demenz macht ein Leben wie in früheren Zeiten nicht mehr möglich. Mit dem Früher ist die Stadt Biarritz eng verbunden. Der Ort war für die alte Dame als junge Frau ein Sehnsuchtsort, verbunden mit vielen schöne Erlebnisse. Und auch ein älterer Geliebter gehört zur Lebensgeschichte von Emmi. Erst als die alte Jugendfreundin beim Erzählen alte Zeiten wieder aufleben lässt, ist das für die Tochter ein Schlüsselerlebnis, eröffnet das für Hanna eine Möglichkeit, ihre Mutter mit veränderter Sicht zu sehen. Biarritz ist nicht nur als Buch erschienen. Als Hörbuch ist der Roman noch einmal ein besonderes Erlebnis: Andrea Sawatzki hat in selbst eingelesen. Biarritz 26 Constanze Wolf
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