Kastanie-Ausgabe-318

1/2026 Begegnung Wa n n u n d w o wollen wir uns treffen? Fragen, die vor jeder Verabredung zu unserer Runde stehen. Vier Frauen für ein Treffen terminlich und mit Wünschen unter einen Hut zu bringen, ist manchmal gar nicht so einfach. Inzwischen kommen noch gastronomische „Besonderheiten“ hinzu, da sich in dem Bereich einiges verändert hat. Telefonische Reservierungen? - oft nicht machbar, da gefühlt Ewigkeiten niemand den Hörer abhebt. OnlineBuchung? - nicht bei allen möglich. Dazu bei Reservierungen oft die Frage, in welchem Slot (Zeitspanne von wann bis wann) wir buchen wollen, da die Plätze zweimal vergeben werden. Die Karte der Homepage offeriert bei immer mehr Restaurationen inzwischen nur noch Menüs. Das ist uns zum einen zu viel. Zum anderen verderben uns die Preise den Appetit. Apropos Karte: Die ist auch nicht mehr allerorten vorhanden. Schade. Für uns ist sie immer noch so etwas wie eine Visitenkarte, die mehr als nur Auskunft über das gastronomische Angebot gibt. Stattdessen verwies uns bei einem Gastro-Besuch die Servicekraft, deren Auftritt mit Service nach unserem Verständnis wenig zu tut hatte, mit drei Worten auf einen QR-Code. Der klebte auf dem Tisch. Weil wir an diesem Abend nicht mehr nach einer neuen Lokalität suchen wollten, blieben wir. Aber wir kommen nicht wieder. Weitere Besonderheit scheinen zuzunehmen: Bezahlung nur noch digital und computergesteuerte „Servicekräfte“. Sie sind mir zu ersten Mal in Dresden im „Waldschlösschen“ und in der Restauration „Weißer Hirsch“ begegnet: Zwei weiße Männchen, Roboter mit blinkendem Display, die das Bestellte an den Tisch bringen und dazu einen freundlichen Text aufsagen. Mein Enkel (knapp 5 Jahre) war fasziniert, ich weniger. Ich hätte gern weiterhin analoge Begegnungen: mit persönlicher Begrüßung, kundigen Infos zu Speisen und Getränken und zugewandten Worten zum Abschied. Geschmacks-Sache 25 Constanze Wolf

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